Vortrag: Migrationsbedingte Mehrsprachigkeit im rätoromanischen Sprachgebiet

Eine Analyse ausgewählter Sprachbiografien von Erwachsenen mit Zuwanderungsgeschichte

Im Schweizer Kanton Graubünden ist die rätoromanische Sprache in einigen Gemeinden nach wie vor sehr vital: Dort wachsen die Bewohner nicht nur mit der deutschen Sprache auf, sondern werden auch von ihrer Kindheit an mit dem Rätoromanischen sozialisiert, das (neben dem Deutschen) auch in der Schule als Unterrichtssprache verwendet wird. Gleichzeitig gibt es in der Region eine nicht zu vernachlässigende Zahl zugewanderter Personen, die vor allem im Baugewerbe, in der Hotellerie und der Gastronomie Arbeit finden. Meine Masterarbeit war der Frage gewidmet, wie diese Migrantinnen und Migranten mit der Zweisprachigkeit vor Ort umgehen, aber auch wie sie ihre eigenen Herkunftssprachen im Alltag gebrauchen bzw. welche anderen Sprachen zusätzlich für sie relevant sind. Dafür habe ich anknüpfend an die Forschung von Renata Coray, Verena Tunger und Flurina Graf eine sprachbiografische Studie durchgeführt, im Rahmen derer neun erwachsene Personen, die aus unterschiedlichen Ländern stammen und mit unterschiedlichen Herkunftssprachen aufgewachsen sind, interviewt wurden. Die Interviews wurden im Anschluss anhand verschiedener Codes und Subcodes inhaltlich ausgewertet und anschließend wurden die Ergebnisse einander vergleichend gegenübergestellt. Die gewonnenen Erkenntnisse betreffen einerseits die Sprachlernstrategien und Spracheinstellungen der Interviewpartner_innen, aber auch ihre alltäglichen sprachlichen Praktiken sowie die integrative und identitäre Dimension von Sprache bzw. Sprachkompetenz.

Info

Tag: 28.05.2023
Anfangszeit: 15:00
Dauer: 00:30
Raum: IG 0.454
Track: Sociolinguistics

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